Was ist Multi-Familien-Therapie (MFT)?

Multifamilientherapie (MFT) ist eine Methode, mittels systemisch-familientherapeutisch orientierter Gruppenarbeit die Beziehungs- und Handlungskompetenzen von Familien im Hinblick auf die eigenen Familienmitglieder und sozialen Systeme zu erweitern. Zielgruppen in diesem Kontext sind Familien, die erzieherische Hilfen benötigen und die von sozialer Isolation und von Entstrukturierungsprozessen betroffen sind.
Das Konzept wurde von Prof. Dr. med. Eia Asen in London und Prof. M. Scholz in Dresden ursprünglich für den klinischen-therapeutischen Bereich entwickelt und unter ihrer Mitwirkung für den pädagogischen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe adaptiert.

MFT basiert auf der Überzeugung und Erfahrung, dass Familien fähig sind, selbst Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln und umzusetzen. Die Methode motiviert Eltern und Kinder, spezifische Interaktionsmuster zu erkennen, zu analysieren und mit gegenseitiger Hilfe zu verändern.
Das Gefühl von Solidarität und Selbstwirksamkeit wird für die Familien dadurch in besonderem Maße erlebbar. Die Inhalte der MFT-Arbeit orientieren sich an den Bedürfnissen und Kompetenzen aller Familienmitglieder und sind immer ressourcen- und lösungsorientiert.

Besonders in der Kinder- und Jugendhilfe steigt das Interesse an dieser Hilfeform, weil sie in stationären wie ambulanten Angebotskontexten gleichermaßen erfolgreich anwendbar ist. In modifizierter Form wir MFT an Schulen als sogenannte Familienklasse erfolgreich durchgeführt. In der Jugendhilfe in Deutschland wird Multifamilentherapie im stationären und ambulanten Bereich sowie an mehreren Schulen angeboten.