Ein Event nimmt seinen Lauf

Nach langer Vorbereitungszeit wurden am 04.06.2013 endlich die Räume der Stadthalle in Wetzlar bezogen, dem diesjährigen Austragungsort der 5. Jahrestagung des Arbeitskreises Mehrfamilientherapie. Unter dem Motto „Durcheinander. Miteinander. Mehrfamilientherapie verbindet.“ sollten sich die nächsten Tage um die vernetzende Wirkung der Mehrfamilientherapie drehen.

Zahlreiche nationale und internationale Gäste wurden bereits am ersten Abend zum öffentlichen Vortrag von Dr. Björn Enno Hermans durch Herrn Christian Scharfe, Bereichsleitung ASK Wetzlar, begrüßt. Dr. Hermans gab uns in seinem Vortrag einen Einblick darüber, welche Wege die Systemische Therapie nehmen kann, „wenn Reden nicht mehr reicht...“. Dieser bewegte und kurzweilige Beitrag machte neugierig auf die Möglichkeiten, welche sich mit der Multifamilientherapie eröffnen, um den Familien mehr Selbstwirksamkeitserleben und Hoffnung auf Veränderung zu vermitteln.

Am nächsten Morgen wurde die Tagung durch die Smiling Drumcakes eröffnet.  Ein buntes Programm voller Trommelwirbel und Sprechgesang lud alle Teilnehmer ein, sich mit offenen Ohren und Herzen dem facettenreichen Programm der Jahrestagung zu widmen. In den folgenden Grußworten gesprochen von dem Geschäftsführenden Vorstand des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Hessen e.V., Dr. Wolfram Spannaus, dem Schirmherrn der Tagung, Oberbürgermeister Wolfram Dette, dem Leiter des Jugendamtes der Stadt Wetzlar, Herr Wolfram Becker und der Leitung der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe des Lahn-Dill-Kreises, Herrn Andreas Kreuter, wurde deutlich, dass die neuen Ideen, die durch den MFT-Gedanken in den letzten Jahren angestoßen wurden, in der Region Kreise gezogen haben und von den Behörden begrüßt und unterstützt werden.

Im nachfolgenden Vortrag von Herrn Prof. Dr. Eia Asen (Marlborough Center, London), der die Mehrfamilientherapie auf dem Hintergrund seelischer, körperlicher und sexueller Gewalt betrachtete, gelang es ihm, die Zuhörer sehr schnell mit seiner langjährigen Erfahrung in der MFT und seiner Kunst des Rezitierens zu fesseln. Im Anschluss verdeutlichte Christian Scharfe (stv. Geschäftsbereichsleiter Albert-Schweitzer-Kinderdorf, Wetzlar) in seiner Ausarbeitung die Weiterentwicklung und den stark zunehmenden Stellenwert der Mehrfamilientherapie im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e.V. der vergangenen fünf Jahre. Die ersten Workshops am Nachmittag ermöglichten allen Teilnehmern, MFT-bekannt oder -unbekannt, sich inspirieren zu lassen . Es war zu diesem Zeitpunkt gelungen, was das Motto der Tagung versprach, die unterschiedlichen Teilnehmer nutzten den Austausch sehr angeregt untereinander. Nach dem vielen Reden und Zuhören war es gut, anschließend bei einer Stadtführung die schöne Goethe-Stadt Wetzlar bei strahlendem Sonnenschein zu begehen. Ein sehr gelungener Ausklang an diesem Abend war das Tagungsfest, das die Gäste zu leckerem Gaumenschmaus und Livemusik einlud und die Möglichkeit bot, begonnene Gespräche zu vertiefen und neue Netzwerke zu knüpfen.

Am nächsten Tag wurden alle Teilnehmer nochmals sehr berührt durch den in seiner Deutlichkeit sehr klaren Vortrag von Frau Justine van Lawick aus den Niederlanden, die sich in ihrer Arbeit mit „Eltern in einer Kampfscheidung - Und ihren Kindern“ auseinandersetzt. Ebenso war die Arbeit der englischen Kollegen in ihrem Familienklassenprojekt mit dem Anschauungsmaterial und der Übersetzung von Herrn Prof. Dr. Eia Asen sehr beeindruckend, außerdem gab Herr Prof.Dr. Michael Scholz neue Impulse zur Vertiefung der Therapeutenbeziehung in der MFT.

Am Ende der Tage waren sich alle Gäste und Ausrichtenden einig, dass es eine sehr intensive, gelungene Jahrestagung war. Hervorgehoben wurde, dass selbst die Adressaten zu Wort gekommen waren und MFT dadurch sehr plastisch erlebt werden konnte. Alle verabschiedeten sich voneinander mit dem Ausblick auf die 6. Jahrestagung in 2014 an der Ostsee.

Gesa Herklotz, Erziehungsleitung ASK Wetzlar